As here exist two different spatial plannings, which function according to distinctive logics: the fortress with its militaristic logic of a clearly defined border and the ‘paradoxical space’, which dissolves all borders, in which the members of nowadays ‘network society’ live. To a certain extent they live without barriers. This paradoxical space exists today not only at the same time, it also exists at the same place as the so-called fortress.
excerpt translated from the taz article Reality becomes visible by Isolde Charim / 08.11.2005
Innerhalb kürzester Zeit hat die Armut dreimal die Schwelle der Wahrnehmbarkeit überschritten. In New Orleans hat der Hurrican ‘Katherina’ die Fassaden weggerissen und eine unglaublich Armut im Herzen des Kapitalismus freigelegt. Ebenso machen auch die beiden anderen Ereignisse die Armut plötzlich sichtbar. Wir erinnern uns noch deutlich an den Ansturm der Armen aus Afrika. Diese wurden erst ‘sichtbar’, als ihre Fleischstücke an den Maschendrahtzäunen hingen, mit denen Europa sich gegen sie wehrt. Die Afrikaner aber wollten rein nach Europa, rein in einen Raum der Hoffnung. Und nun erhalten sie gewissermassen eine Antwort von jenen, die in zweiter oder sogar dritter Generation hier sind. Sie sind zwar reingekommen in die ‘Festung’ Europa, ohne aber anzukommen.
Denn hier gibt es zwei Raumordnungen, die nach zwei unterschiedlichen Logiken funktionieren: die Festung mit ihrer militärischen Logik der eindeutigen Grenze und der ‘paradoxe Raum’, der alle Grenzen auflöst, in dem die Mitglieder der ‘Netzwerkgesellschaft’ leben. Diese leben gewissermassen ohne Grenze. Dieser paradoxe Raum exsistiert heute nicht nur gleichzeitig, er exsistiert auch am gleichen Ort wie die sogenannte Festung.